Dieter Harnisch, Martin Schiffmann
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Liste der Werkbahnen Übersichtskarte zur ersten Werkbahn |
Ein Bericht von Dieter Harnisch, Chemnitz, und Martin Schiffmann, Krefeld
Chemnitz, die traditionelle Industriestadt im westlichen Sachsen, bildete bisher einen weißen Fleck auf der Karte von Städten, die bereits von den einschlägigen "Werkbahn-Spezies" heimgesucht wurden. Auch der Umstand, daß diese Stadt, die von 1953 bis 1990 in Karl-Marx-Stadt umbenannt war, aufgrund der großen Zerstörungen im 2 W.K. und dem anschließenden konsequenten Aufbau als sozialistische Musterstadt keine besonderen architektonischen Reize aufweist bzw. den Ruf einer typischen Industriestadt genießt, führten dazu, das bis 1997 die Werkbahnszene in der entsprechenden Literatur noch nicht näher behandelt wurde. Nachdem Martin Schiffmann, der Industriebahnredakteur der Zeitschrift LOKRUNDSCHAU, zu Pfingsten 1997 eine erste Dreitagetour durch die Chemnitzer Hinterhöfe unternahm, kam ein Kontakt mit dem Chemnitzer Eisenbahnfreund Dieter Harnisch zustande, der über Jahre hinweg Daten zum Thema Werkbahnen in der DDR sammelte. Hauptsächlich von ihm stammen die umfangreichen Artikel zu den Chemnitzer Werkbahnen, sodaß der Bericht aufgrund der Datenfülle auf je eine Web-Seite pro Werkbahnbetrieb aufgeteilt wird.
Der Bericht kann und will nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erheben, da es rund 7 Jahre nach der Wiedervereinigung fast unmöglich war, alle Chemnitzer Werkloks aus DDR-Zeiten zu erfassen bzw. die Veränderungen seit der Wende komplett zu dokumentieren. Es werden alle noch einigermaßen bekannten bzw. heute noch bestehenden Werkbahnen vorgestellt, angefangen von den Zeiten vor 1945.
Kurzabriß der Industriegeschichte von Chemnitz
Die Chemnitzer Industriegeschichte begann mit der Errichtung der zweiten Fabrik auf deutschem Boden, der 1799 in Harthau bei Chemnitz eröffneten und mit Wasserkraft betriebenen Mechanischen Spinnerei Bernhard. Hier wurden die aus England stammenden Erfindungen von mechanischen Textilmaschinen erfolgreich eingeführt. In der Folgezeit entwickelte sich Chemnitz zu einem Zentrum der Textilindustrie, was auch zu dem Beinamen "Sächsisches Manchester" führte. Zu der Textilindustrie gesellte sich rasch die Textilmaschinenin-dustrie, die neben dem Neubau von Webstühlen, Spinnmaschinen etc. auch die Reparatur derselben vornahm und teilweise bis heute fortbesteht. Der Bau von Textilmaschinen führte zur Gründung der Werkzeugmaschinenindustrie, die ebenfalls bis heute fortbesteht und der Stadt einen weltweiten Ruf eingebracht hat. Ein weiterer Schwerpunkt war der Lokomotivbau der Sächs. Maschinenfabrik R. Hartmann, die vor allem Lokomotiven für die Sächs. Staatseisenbahn baute und 1928 ein frühes Opfer von Produktionsquoten wurde. Die Tradition der Schienenfahrzeugindustrie wird heute vom RAW Chemnitz fortgeführt, das zur DB AG gehört und Dieselloks ausbessert. Zum Fahrzeugbau gehörten auch die zahlreichen Fahrradfabriken ( z.B. die mannigfach aktiven Wanderer-Werke), von denen einige die Wende bis heute überlebt haben. Bekanntester Produktionszweig war jedoch der Automobilbau, berühmtestes Beispiel sind hier die Wanderer-Werke, die später zur Auto-Union kamen und nach 1945 unter dem Namen Barkas-Werke den bekannten Kleintransporter fertigten. Heute werden hier VW-Motoren produziert. Der einzige größere Vertreter der chemischen Industrie war die Chemnitzer Fettchemie Böhme, in der das heute noch erhältliche Feinwaschmittel "Fewa" entwickelt wurde.
Auflistung der ehemaligen und noch bestehenden Werkbahnen (Stand 1998):
Info
Text und Ausarbeitung von Dieter Harnisch, Chemnitz, und Martin Schiffmann, Krefeld - veröffentlicht in der LOK RUNDSCHAU Nr. 176, 177, 178, 179, 180. Weitere Ergänzungen stammen von Axel Klatt, Kassel, Joachim Rosenthal, Kiel, und Patrick Paulsen, Krefeld. HTML-Umsetzung: JM
Ergänzungen und Korrekturen zu dem Bericht sind wie immer willkommen:
martin.schiffmann@lokrundschau.de
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