Andreas Christopher
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Der erste Absatzmarkt bei Diema für Motorlokomotiven war zunächst die nordwestdeutsche Torfindustrie. Entsprechend bescheiden waren die geforderten Leistungen: Feldbahnlok-Typen mit 10 und 20 PS Leistung waren anfangs ausreichend. Erst mit der Ausdehnung des Marktes auch auf Steinbruchbetriebe und Baufirmen wurden höhere Leistungen gefordert; diesem Wunsch kam Diema mit entsprechend stärkeren Fahrzeugen nach. Ende der dreißiger Jahre waren Schmalspur-Typen mit 12, 16, 22, 30 und 40 PS im Programm. Erst in den fünfziger Jahren wurde das Typenprogramm ausgedehnt, sowohl nach unten als auch nach oben. Nun wurden Feldbahnloks im Bereich von 6 bis 100 PS geliefert. Seit 1954 sind auch Grubenloks im Programm. Sie wurden hergestellt auf der Basis der Feldbahnloks, waren aber den Bedürfnissen des Bergbaus entsprechend mit anderen Aufbauten und Schlagwetterschutz ausgestattet. Im Jahre 1959 wurde auch der Bau von normalspurigen Verschiebelokomotiven aufgenommen. Sie sind im Leistungsbereich von 15 bis 300 PS lieferbar. Auch die sechziger Jahre brachten Neuerungen in der Angebotspalette. 1964 war die erste Draisine geliefert worden, 1966 wurde die Fertigung der Großraum-Transporter und 1968 die der Hydraulik-kipper aufgenommen. Das Jahr 1970 brachte eine Typenbereinigung bei den Feldbahn- und Schmalspurloks. Seit 1983 werden als Ergänzung des Grubenlok-Programms elektronisch gesteuerte, schlagwettergeschützte Batterie-Lokomotiven im Leistungsbereich von 40 bis 160 kW gebaut. Durch die konsequente Anwendung des Typenprogramms ist es möglich, die Stückpreise der Lokomotiven niedrig zu halten. Auch wenn ein Besteller nur Einzelstücke abnimmt, hatte er die Vorteile der Serienlieferungen, da der Konstruktionsaufwand entfällt. Die solide Konstruktion verhilft den Maschinen zu einer langen Lebensdauer. So stehen einige Diema-Loks, die schon älter als 50 Jahre sind, noch täglich im Einsatz. Die älteste bekannte, noch weitgehend im Originalzustand befindliche Diema-Lok läuft lief in den 80er Jahren noch bei einem Torfwerk in Twist-Adorf (FNr. 287). Die Lok ist Baujahr 1927! Ab etwa 1924 nahm Diema den Motorenbau auf und fertigte für Lokomotiven und Straßenbaumaschinen vorwiegend 10 PS-Diesel-Glühkopfmotoren, die in Varianten für 15 und 20 PS in liegender und stehender Bauweise hergestellt wurden. Später folgte der Bau von Zweitakt-Dieselmotoren in Ein-und Zweizylinderversion und ab 1936 der Bau von Viertakt-Dieselmotoren im Leistungsbereich bis 16 PS. Der eigene Motorenbau wurde 1956 aufgegeben und die Lokomotiven werden seither mit Deutz-Motoren (oder auf Kundenwunsch anderen) ausgestattet. Nun einige Worte zum Aussehen der Diema-Lokomotiven: Vor dem Krieg waren die Vorbauten der Diema-Loks abgerundet. Das Erscheinungsbild änderte sich in den ersten Nachkriegsjahren, als die Diema-Lokomotiven eine eckige, trapezförmige Form der Motorvorbauten erhielten. Im Jahre 1950 schließlich wurde die heute noch gebräuchliche, sehr charakteristische zeitlos-eckige Form eingeführt. Diema-Loks sind dadurch für den Kenner gut von anderen Fabrikaten zu unterscheiden. Natürlich wurden seit 1950 noch einige äußerlich erkennbare Änderungen im Detail durchgeführt; hierzu einige Beispiele: Bis in die fünfziger Jahre wurden als Puffer meist gefederte Zentralpuffer verwendet, seitdem kommen serienmäßig gußeiserne feste Puffer, die gleichzeitig zur Gewichtserhöhung dienen, zum Einbau. Bei Lokomotiven mit Führerhaus wurde die Form der Fenster geändert (früher "Bullaugen", später rechteckige Fenster). Auch wurde der früher durchgehende Rahmen bei einigen Typen später im Bereich des Führerstandes gekröpft, um einen tiefliegenden Führerstand für ein bequemes Ein- und Aussteigen des Lokführers zu ermöglichen. Diema verwendet bereits seit den dreißiger Jahren eine leicht verständliche Typenbezeichnung, aus der Größe und Verwendungsart des Fahrzeugs hervorgehen. Es bedeuten:
Die der Kurzbezeichnung nachstehende Zahl gibt bei Lokomotiven den für diesen Typ vorgesehenen Motorleistungsbereich in PS an, bei Großraumtransportern und Wagen den Fassungsinhalt in Kubikmetern. Die 2. und 3. Zahlengruppe sind Varianten der Bauweise. |
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