Andreas Christopher

Diepholzer Maschinenfabrik Fritz Schöttler GmbH DIEMA, Diepholz


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3.1 Feldbahn- und Schmalspur-Lokomotiven

Im Jahre 1940 waren an Feldbahnloks die Werkstypen DS12, DS16, DS22, DS30 und DS40 im Lieferprograrnm. Nach dem Krieg wurde das Lieferprogramm nach unten erweitert: 1950 wurde die erste DL8 hergestellt, 1955 folgte die DL6, beides übrigens von der gebauten Stückzahl her sehr erfolgreiche Konstruktionen.

In den Jahren 1954/55 liefen die Typen DS16 und DS22 aus und wurden durch die Typen DS14 und DS28 ersetzt.

Bald folgte auch eine Erweiterung des Typenkataloges für Feldbahnloks nach oben hin: 1954 wurde die erste DS60 hergestellt, 1957 die erste DS90 und schließlich 1963 die erste DS120.

Ab etwa 1960 wurde zur Unterscheidung von Varianten in der Bauweise eine nachgestellte Zahl bei der Typenangabe eingeführt, wenngleich auch weiterhin Loks mit den alten Bezeichnungen ohne nachgestellte Zahl ausgeliefert wurden. Gleichzeitig wurde die DS11 in das Lieferprogramm aufgenommen, während 1968 die letzte DS28 geliefert wurde.

DL6

 

DL8

DFL10/1

DS11

 

DS14

 

DS20

DFL30/1

DS30

 

DS40

DFL60/1

DS60

DS90

DF90/1

DS120

DS150

DFL150/1

Im Jahre 1970 wurde bei den Feldbahn- und Schmalspurloks eine Typenbereinigung und Zusammenfassung durchgeführt. Diese Typenbereinigung führte zu rechts dargestellten Gruppierungen.

Feldbahn-Lokomotiven wurden in den Spurweiten von 450 bis 1067 mm geliefert. Ab Spurweiten von 1067 mm wurden in der Regel Ausführungen der Verschiebe-Lok gefertigt, die äußerlich ein aufwendigeres Erscheinungsbild aufweisen.

Wenden wir uns nun der Technik zu. Der Fahrgestellrahmen der Feldbahnloks besteht aus starken Stahlplatten und ist elektrisch geschweißt. Er gibt den Loks eine niedrige Schwerpunktlage und damit auch bei schlechten Gleisverhältnissen gute Fahreigenschaften.

Die Motorvorbauten und das (bei den stärkeren Loks serienmäßige) Führerhaus sind aus starkem Blech hergestellt und schützen Motor und Getriebe vor Beschädigungen von außen. Bei den größeren Schmalspurlokomotiven (ab DS/DFL90) ist das Führerhaus mittig angeordnet. Seit den sechziger Jahren kommen je Fahrtrichtung zwei große Fenster zum Einbau (zuvor auf der Rückseite nur ein mittiges), die eine gute Streckensicht ermöglichen.

Als Antrieb für die Feldbahnloks dienen luft- oder wassergekühlte Viertakt-Dieselmotoren von Deutz oder auf Kundenwunsch von anderen Herstellern.

Die Kraftübertragung geschieht bei den kleineren Typen bis 30 PS mechanisch über vollständig gekapselte, im Ölbad laufende Getriebe, bei denen die Gänge mittels eines Kulissen-Schalthebels (früher Handrad) über eine Ortlinghaus-Stahllamellenkupplung geschaltet werden.

Bei den größeren Typen ab 30 PS (DFL30) kommt der hydraulische Antrieb zur Anwendung. Es werden Drehmomentwandler und Flüssigkeitsgetriebe eingebaut, die jeweils direkt am Motor angeflanscht sind und dessen Leistung über Gelenkwellen sowie Wende- und untersetzungsgetriebe zu den Achsen übertragen. Die Kraftübertragung ist hydrostatisch.

Der Achsantrieb erfolgt bei den kleinen Loktypen DL6 und DL8 (bzw. DFL10) über Präzisions-Rollenketten, bei allen anderen Schmalspurloks über staubdicht gekapselte und im Ölbad laufende Kegelradachagetriebe. Den Kegelradachsantrieb, der über Bogenzahnkupplungen mit dem Hauptgetriebe verbunden war, lieferte Diema bereits ab 1934 aus.

Als Achslager werden schwere Kugel- oder Rollenlager verwendet, Die Abfederung der Achsen erfolgt durch kräftige Blattfedern. Auf Wunsch können auch Metall-Gummifedern eingebaut werden.

Die großen Typen DFL90 bis DFL200 konnten auch in dreiachsiger Ausführung oder mit Drehgestellen geliefert werden. Bei diesen Maschinen ist auch ein Tandemeinsatz möglich. Die Steuerung erfolgt wahlweise von einem Führerstand aus. Alle Loks konnten darüber hinaus auf Wunsch mit Funkfernsteuerung ausgerüstet werden.

Als Kupplungen werden in der Regel gußeiserne Zentralpuffer eingebaut. Auf speziellen Kundenwunsch konnten aber auch andere Sonderkupplungen Verwendung finden.

Die Bremse ist als Wurfhebelbremse ausgebildet. Schwere Maschinen wurden jedoch mit Druckluftbremse ausgerüstet.

Die Lokomotiven - zumindest die größeren Typen - sind mit einem elektrischen Anlasser ausgerüstet, der den Erfordernissen entsprechend durch Signal- und Lichtanlagen ergänzt werden kann. Es ist ein vom Führerstand aus bedienbarer Sandstreuer vorhanden.

Mitgeliefert wurden Zubehör, Werkzeuge und Reserveteile sowie ausführliche Bedienungsvorschriften mit Ersatzteillisten.

Die technischen Angaben zu den einzelnen Lokomotiven und der Lieferumfang der einzelnen Typen können den Datentabellen entnommen werden.

 

 
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