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Nachdem Fr. H. Rud. Schöttler seine Lehre als Maschinenbauer, die er in Bramsche absolvierte, abgeschlossen und später seine Kenntnisse in verschiedenen Werkstätten in Hannover erweitert hatte, eröffnete er im Jahre 1879 in Diepholz in der Lohnstraße 5 eine Maschinenbau-Werkstatt. Er führte zunächst Reparaturen an Landmaschinen durch und begann schon bald, eigene Konstruktionen zu entwerfen und zu fertigen.
Das Geschäft lief gut an, und bereits nach fünf Jahren waren die Räumlichkeiten zu klein. Als in der Hindenburgatrafle 4 ein Grundstück mit Wohnhaus einer ehemaligen Gerberei frei wurde, kaufte Fr. H. Rud. Schöttler es und zog 1884 mit seinem Betrieb hierhin um.
In diese Zeit fiel auch die Geburt der drei Söhne Fritz, Christoph und Heinrich, die im elterlichen Betrieb ihre praktische Ausbildung erhielten. Die Söhne Fritz und Christoph Schöttler beteiligten sich als Prokuristen an dem Unternehmen, das am 22.11.1909 in das Handelsregister in Diepholz eingetragen wurde, nachdem 1904 die Betriebsanlagen erweitert und durch Kraftbetrieb und die Aufstellung von Werkzeugmaschinen modernisiert worden waren.
Am 8.11.1913 überließ Fr. Schöttler sen. die Fabrik seinen Söhnen Fritz, Christoph und Heinrich, die das Unternehmen in eine OHG umwandelten. Zu dieser Zeit wurden überwiegend Steinschrotmühlen gefertigt. Außerdem gewann der Handel mit Maschinen für Mühlen sowie für die Holz- und Ziegelindustrie zunehmend an Bedeutung. Heinrich, ein Elektroingenieur, schied bald aus dem Unternehmen aus und gründete ein eigenes Elektrogeschäft.
Durch die Ausweitung der Produktion war 1914 der Erwerb eines neuen Grundstücks in der Hindenburgstraße 50 und der Bau größerer Werksgebäude notwendig geworden. Doch kurz darauf brach der erste Weltkrieg aus und der Mühlenbau mußte zugunsten von Heeres1ieferungen eingestellt werden.
Nachdem auch die Nachkriegszeit geschäftlich durch das noch bestehende Mühlenbauverbot gelähmt war, mußten neue Produktionssparten gefunden werden. Dies geschah durch die Beteiligung an einem Torfwerk und den Bau des ersten Motortriebwagens für Feldbahnen. 1923 lieferte die Diepholzer Maschinenbauindustrie ihre erste Diema-Lokomotive mit einem 6 PS-Benzol-Motor. Das Modell war ein großer Erfolg und fand rege Nachfrage. Auch der Bau von Straßenbaumaschinen (z.B. Straßenwalzen) wurde aufgenommen. Am 9.5.1924 wurde die Firmierung geändert und die bekannte Bezeichnung "Diepholzer Maschinenfabrik Fritz Schöttler" (Diema) eingeführt.
Trotz des gut anlaufenden Absatzes der Feldbahnloks kam es in der Folge zu wiederholten Meinungsverschiedenheiten zwischen den Geschwistern Fritz und Christoph Schöttler, die 1929 den Austritt von Christoph aus dem Familienunternehmen zur Folge hatten. Fritz Schöttler war gezwungen, seinen Bruder auszuzahlen. Dies geschah in der Form, daß er ihm Grund und Boden mit den damaligen Gebäuden überließ. Er selbst zog mit dem größten Teil des Maschinenparks in das neu errichtete Werk ,,Auf dem Eschfeld", das am 1.10.1929 in Betrieb genommen werden konnte und heute noch Sitz des Unternehmens ist. Christoph Schöttler gründete 1930 die Firma ,,Christoph Schöttler Maschinenfabrik" (Schöma), die in den alten Betriebsanlagen zunächst den Straßen- und Mühlenmaschinenbau und später auch den Lokomotivbau fortsetzte; somit bildete sich dann die örtliche Konkurrenz auf dem Sektor der Feldbahn-Lokomotiven.
Die Krisenjahre 1930/32 waren für die Firma Diema, wie für die meisten deutschen Unternehmen, eine schwierige Zeit, aber nach 1933 setzte wieder ein wirtschaftlicher Aufschwung ein, der zu Verbesserungen an den Diema-Dieselloks und zur Erweiterung des Typenprogramms führte. Das erforderte auch wieder die Vergrößerung der Betriebsstätten.
Hauptabnehmer der Loks waren zunächst weiterhin die nordwestdeutschen Torfwerke sowie Ziegeleien. Aber auch Lieferungen in den ostdeutschen Raum erweiterten das Absatzgebiet. In den Jahren vor dem zweiten Weltkrieg war die Diema ein ständiger Aussteller auf der Leipziger Messe. Bereits 1931 erfolgten die ersten Exportlieferungen nach Holland und England.
Die Tochter von Fritz Schöttler, Hildegard, heiratete 1937 Herrn Dipl. Ing. Karl Grebestein, der in der Folge in der Konstruktion tätig war und alle Voraussetzungen für eine technische Weiterentwicklung der Maschinen mitbrachte.
Im zweiten Weltkrieg gab es wieder einschneidende Veränderungen. Viele Mitarbeiter wurden zum Kriegsdienst eingezogen und die Aufrechterhaltung der Produktion vollzog sich unter schwierigsten Bedingungen. Das Unternehmen mußte nun neben Lokomotiven auch andere Rüstungsgüter produzieren. Mehrere Serien von Heeresfeldbahnloks der Typen HF50B und KML5 wurden (überwiegend) an die Wehrmacht abgeliefert. Die Werksanlagen überstanden den Krieg jedoch ohne größere Beschädigungen.
Nach dem Krieg trat Dipl. Ing. Karl Grebestein als Gesellschafter in die Firma ein, wo er bis zum Jahre 1978 tätig blieb. In den Jahren des Wiederaufbaus und des Wirtschaftswunders entwickelte sich der Lokomotivbau ausgezeichnet. Neue Kundenkreise wurden durch die Ausdehnung des Lieferprogramms auf Untertageloks für den Bergbau und normalspurige Rangierlokomotiven erschlossen.
Am 18.5.1961 starb Fritz Schöttler. Seine Geschäftsanteile kamen in die Hand der beiden Töchter Grebestein. 1963 heiratete Christa Grebestein Herrn Ing. Peter Benzien, der in der Folge Prokurist war und seit 1975 Geschäftsführer der GmbH ist.
Ein zusätzlicher Produktionszweig wurde mit dem Bau von Kunststoffmaschinen aufgenommen.
Inzwischen war ab Mitte der sechziger Jahre das Inlandsgeschäft mit Feldbahnlokomotiven durch die Abkehr vom Gleisbetrieb rückläufig. Die Neuentwicklung von Großraum-Transportern und Hydraulik-Kippern Mitte der sechziger Jahre konnte den Niedergang der Feldbahnen nur verzögern, nicht aber aufhalten. Neue Märkte konnten im Ausland gefunden werden: Der Export macht Mitte der 80er Jahre über 80% der Lokomotiv-Lieferungen aus. Bedeutende Lieferungen erfolgten beispielsweise an die Zucker- und Sisal-Plantagen auf Taiwan sowie Tansania und Mozambique. Auch die schlagwettergeschützten Gruben-Lokomotiven fanden guten Absatz in den Kohlengruben des Irans, Südamerikas und besonders der Türkei.
Bis Anfang der 90er Jahre werden weiterhin noch viele Lokomotiven abgesetzt, dennoch muß das Unternehmen 1993 Konkurs anmelden. Die letzte Lok wird im September 1993 ausgeliefert, die letzte Diema-Lok baut die Fritz Rensmann GmbH in Dortmund aus bereits bei Diema gefertigten Teilen und liefert diese im April 1994 aus. Bis 1993 wurden im dem Diepholzer Familienunternehmen etwa 4220 Schienenfahrzeuge hergestellt. Am 14. Dezember 1993 erfolgt die Versteigerung des Firmeninventars, auch das gesamte Fertigungs- und Ersatzteilprogramm steht zum Verkauf.
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