Andreas Christopher
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Als Mitte der sechziger Jahre absehbar war, daß der Gleisbetrieb in der Ziegelindustrie, einer der Hauptabsatzzweige von Feldbahnlokomotiven, keine große Zukunft mehr haben würde, versuchte man bei Diema durch die Entwicklung eines rationell und wirtschaftlich ein6etzbaren Fahrzeugs diese Entwicklung zu stoppen. Man konstruierte einen Gütertriebwagen mit großer Ladekapazität, den Großraumtransporter, für unbemannten vollautomatischen Betrieb. Die ersten beiden derartigen Fahrzeuge wurden 1966 an die Steine und Erden GmbH in Salzgitter geliefert.
Der ausschließlich unbemannte Betrieb, z.B. über Funkfernsteuerung, konnte sich jedoch nicht durchsetzen, u.a. wegen der Unfallgefahren. Spätere Ausführungen wurden stets mit einer Führerkabine versehen, wobei ein vollautomatischer Betrieb weiterhin möglich war. Die Diema-Selbstfahrer wurden in Ausführungen mit 5 oder 10 Kubikmeter Ladekapazität (Typen GT5 und GT10) gefertigt, ein großer Fortschritt, wenn man bedenkt, daß ein normaler Feldbahn-Muldenkipper meist nur einen dreiviertel Kubikmeter Material faßt. Auf einem durchgehenden Hauptrahmen sind zwei stabile Kippkübel aus kräftigem Stahlprofilgerippe mit Stahlblechverkleidung und glatten Innenseiten montiert. Zwischen den Kübeln sind das Antriebsaggregat und ggf. das Führerhaus angeordnet. Das Führerhaus konnte auf Wunsch auch als Endführerstand ausgeführt werden.
Das Antriebsaggregat besteht aus einem luftgekühlten Viertakt-Dieselmotor, hydrostatischer Regelpumpe, Ölbehälter, Ölkühler etc. über ein hydrostatisches Getriebe erfolgt die Kraftübertragung mittels Gelenkwellen auf die Innenachsen der Drehgestelle. Die beiden zweiachsigen Drehgestelle sind als Schweißkonstruktionen aus Profilstählen gefertigt und tragen auf starken Kugeldrehverbindungen den Hauptrahmen. Die Drehgestelle nehmen je eine gummigefederte Antriebs- und Laufachse auf. Die Achslager sind als Pendelrollenlager in Stahlgehäusen ausgeführt. Der Triebwagen ist mit einer mechanischen Bremse ausgestattet, die für Notbremsungen und als Feststellbremse dient, wenn die hydraulische Bremse des Kraftübertragungssystems einmal durch Leitungsdefekt ausfallen sollte. Die auf dem Hauptrahmen befindlichen Förderkübel sind ein- oder beidseitig kippbar gelagert. Die Kippbewegung geschieht durch kräftige hydraulische Hubzylinder, die sich unter dem Kübel befinden. Der Kippwinkel beträgt rund 45 Grad, womit eine gute Behälterentleerung auch bei schmierigem Material gewährleistet ist. Während des Kippvorgangs schwenkt die seitliche Kübelklappe selbsttätig auf und schließt sich anschließend beim Senken des Kübels wieder. Auf dem selben Prinzip basieren die antriebslosen Hydraulik-Kipper, die erstmals 1968 ausgeliefert wurden. Sie besitzen gegenüber dem Großraum-Transporter den Vorteil, daß sie als Wagen hinter jeder beliebigen Lokomotive eingesetzt werden können, daß also die hohen Anschaffungskosten gegenüber einem neuen Triebfahrzeug entfallen und die vorhandenen, oft noch recht modernen Lokomotiven weiterhin eingesetzt werden können. Die Hydraulik-Kipper wurden mit 2,5 und 5 Kubikmeter Ladekapazität geliefert. Die kleineren Wagen sind zweiachsig, während die 5-Kubikmeter-Wagen auch als vierachsige Drehgestellfahrzeuge ausgeführt wurden. Das Fahrgestell ist aus durchgehenden Profilstahl-Längsträgern und Querstreben verwindungssteif elektrisch geschweißt. Kübel und Kipphydraulik sind nach der bewährten Art des Großraum-Transporters ausgeführt. Die Kipper wurden wahlweise mit aufgebautem ElektroHydraulikaggregat (Typen HK2.5 und HK5) oder zum Anschluß an eins auf der Lokomotive befindliche Hydraulikausrüstung (HFK 2.5, HFK5) geliefert. Rückblickend läßt sich sagen, daß sich die Großraum-Transporter kaum durchsetzen konnten, was keineswegs an Konstruktionsmängeln oder schlechter technischer Verarbeitung liegt, sondern allgemein am Trend der Abkehr von der wenig flexiblen Gleisförderung in Ziegeleien und Tonwerken. Wesentlich besser konnten sich dagegen die Hydraulik-Kipper einführen, die in größerer Stückzahl nicht nur von der Ziegelindustrie, sondern auch von Sandgruben beschafft wurden. |
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