Andreas Christopher

Diepholzer Maschinenfabrik Fritz Schöttler GmbH DIEMA, Diepholz


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3.3 Normalspurige Verschiebelokomotiven

1929 lieferte man die erste normalspurige Lok, offensichtlich aber nur ein Versuch, denn weitere folgen erst 30 Jahre später. Der Einstieg in den Bau von Normalspurloks gelang Diema eigentlich mehr durch Zufall. Als bei der Zuckerfabrik Uelzen, seit langem Kunde bei Diema, eine extrem kurze Lokomotive für den Waggonverschub auf der dortigen Schiebebühne benötigt wurde, konnten die Diema-Konstrukteure ihr Können unter Beweis stellen und entwarfen eine Sonderkonstruktion für die dortigen Verhältnisse. Diese 1959 gelieferte Lokomotive erhielt die Typenbezeichnung DVL60.

Schon bald folgten weitere Normalspurloks in Serienausführung: 1960 die DVL30, 1961 die DVLl50, 1962 die DVL15, 1963 die DVL120, 1971 die DVL90 und schließlich 1982 die DVL200.

Verschiebeloks wurden in den Spurweiten von 1000 bis 1676 mm angeboten. Sie sind auf Werks-, Hafen- und Anschlußbahnen im Einsatz.

Der Inlandsabsatz wird in den 80er Jahren durch den Verkauf von zahlreichen überzähligen Kleinloks der Leistungagruppe II durch die Deutsche Bundesbahn gelähmt, die ihre gebrauchten Fahrzeuge äußerst kostengünstig in gutem Zustand anbietet.

Nun einige Worte zur Technik der normalspurigen Diema-Rangierloks. Fahrgestellrahmen und Aufbauten entsprechen den Konstruktionsprinzipien der Feldbahnloks und sind aus starken Stahlplatten bzw. Blech gefertigt.

Bei den kleineren Maschinen ist der Führerstand am Fahrzeugende angeordnet, bei den größeren Typen liegt er serienmäßig in der Lokmitte und ist doppelseitig bedienbar. Die großen Fenster und die abgeschrägten Motorvorbauten gewähren eine gute Streckensicht. Auf Wunsch konnte das Führerhaus schallisoliert werden. Serienmäßig waren Federpuffer und Schraubenkupplungen nach DB-Norm vorgesehen, aber auch spezielle automatische Rangierkupplungen waren lieferbar.

Als Antrieb dienten wahlweise luft- oder wassergekühlte Viertakt-Dieselmotoren deutscher Hersteller.

Die Kraftübertragung erfolgt bei der Loktype DVL15 mechanisch und der Achsantrieb über Rollenketten auf beide Achsen entsprechend den kleineren Feldbahnloks. Bei den größeren Verschiebelokomotiven ab DVL30 werden hydraulische Voith- oder Twin-Disc-Getriebe oder solche der Zahnradfabrik Friedrichshafen eingebaut, die die Kräfte über Gelenkwellen und Untersetzungsgetriebe auf die Achsen übertragen. Als Vorteile werden sanftes Anfahren, stufenlose Fahrgeschwindigkeitsregelung und einfache Bedienung angeführt.

Als Achslager kommen Rollenlager zum Einbau. Die Abfederung der Maschinen gegen die Achsen erfolgt über Blattfedern oder auf Wunsch über Gummi-Achsfedern. Die Radbandagen bestehen aus hochwertigem SM-Sonderstahl.

Die Bremsausrüstung besteht serienmäßig aus mechanischer und Druckluftbremse. Die Räder werden durch kräftige Bremsklötze aus Gußeisen oder Kunststoff abgebremst. Eine Sandstreuvorrichtung ist vorgesehen.

Alle Maschinen sind mit einer elektrischen 12- bzw. 24-Volt-Gleichstromanlage ausgerüstet, die den Anlasser und die Beleuchtung versorgt. Die Außenbeleuchtung besteht serienmäßig aus dem vorgeschriebenen Dreilicht-Spitzensignal. Die Verschiebeloks wurden mit einem elektrischen Signalhorn ausgestattet, das auf Kundenwunsch durch Typhon und Druckluftläutewerk ergänzt oder ersetzt werden konnte.

Sonderausführungen der Verschiebeloks, beispielsweise für Tropeneinsatz oder mit Explosionsschutz, waren lieferbar.

 
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