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 LOKRUNDSCHAU 240

Museumsbahn-Meldungen

Öchsle-Bahn besitzt nun zwei Dampfloks

(Thomas Freidank/db) Zahlreiche Besucher kamen am Sonntag, den 14. September 2008, zum Lokschuppenfest der Öchsle-Schmalspurbahn nach Ochsenhausen. Ein besonderer Tag auch für die Öchsle-Bahn AG: Sie besitzt nun zwei leistungsfähige Dampfloks, die den Museumsbetrieb der historischen Bahn sicherstellen. Die Öchsle-Bahn AG konnte die Dampflok 99 716 »Rosa« offiziell in Besitz nehmen. Die 99 716 wurde 1927 in Chemnitz für 63.000 Reichsmark gebaut und war zunächst in Sachsen, später bei Heilbronn im Einsatz. Nach 25 Jahren Zwischenstation im Dampflokmuseum Güglingen wurde die Lok 1993 vom Öchsle-Schmalspurbahnverein leihweise übernommen, musste jedoch zunächst im Dampflokwerk Meiningen überholt werden. Seit 1997 ist sie für die Öchsle-Museumsbahn unterwegs. Baugleiche Loks waren bereits früher im Regelbetrieb auf der Öchsle-Strecke gefahren. Die Lok ist in einem hervorragenden Zustand. Für 25.000 Euro wurde die 81 Jahre alte Schmalspurdampflok nun von der Deutschen Bahn erworben. Die Stiftung der Württembergischen Gemeindeversicherung unterstützte den Kauf mit 5.000 Euro, wie Landrat Dr. Heiko Schmid dankend berichtete. Die Hauptversammlung der Öchsle-Bahn AG hatte im Juni eigens ihre Satzung geändert, um die Anschaffung zu ermöglichen. Klaus-Peter  Schust, Geschäftsführer der Öchsle-Betriebsgesellschaft, äußerte sich hocherfreut, nun neben der Lok 99 788 »Berta« eine zweite historische Dampflok für das Öchsle sicher zu haben. »Damit ist der Museumsbetrieb auch von der technischen Seite langfristig gesichert«, so Schust. Landrat Dr. Heiko Schmid dankte besonders den Mitgliedern des Öchsle-Schmalspurbahn-Vereins für ihr ehrenamtliches Engagement, ohne das das Öchsle nicht auskommen könne. »Wir müssen keinen Bedienzuschlag verlangen, bei uns ist Bedienung selbstverständlich!«, meinte Schmid augenzwinkernd mit Blick auf die aktuellen Diskussionen um die Deutsche Bahn. Ins Zeug gelegt hatten sich auch die Vereinsmitglieder, um das Lokschuppenfest anlässlich des Tages des offenen Denkmals auf die Beine zu stellen. Auf großes Interesse stieß das neu eingeweihte »Rollbock-Denkmal«, das veranschaulicht, wie Normalspur-Güterwagen einst auf den schmalen Öchsle-Gleisen rollen konnten. Bernhard Günzl vom Schmalspurbahn-Verein erinnerte an die große Bedeutung des Güterverkehrs auf der Öchsle-Strecke, der auch nach Einstellung der Personenbeförderung von 1964 bis 1983 fortgeführt wurde. »Ohne diese Gütertransporte gäbe es das Öchsle heute sicherlich nicht mehr«, so Günzl. Angeboten wurde auch ein Sonderzug mit einer Diesellokomotive, wie die Züge seit den 1960er Jahren zwischen Warthausen und Ochsenhausen gefahren wurden. Außer den Lokomotiven dampften, ratterten und rollten alte Traktoren, eine Dampfmaschine und andere Oldtimer rund um den Ochsenhausener Bahnhof und ließen alte Zeiten wieder aufleben.

Wieder Betrieb am Bahnhof Sperenberg

Dampflok fuhr auf den Gleisen der ehemaligen Militäreisenbahn
(Carsten Preuß/db) Zehn Jahre nach der Betriebseinstellung des letzten Teilabschnitts der ehemaligen Königlich Preußischen Militäreisenbahn (KME) fuhr wieder ein Zug auf der mittlerweile denkmalgeschützten Bahnstrecke. Am Mittwoch, den 15. Juli 2008, erreichte eine Dampflok der Baureihe 41 zu später Stunde den Bahnhof Sperenberg.

Ursache für die neuerlichen Aktivitäten auf der Bahnstrecke sind Filmaufnahmen am Bahnhof Sperenberg. Die Filmaufnahmen handeln von der Vertreibung der Deutschen aus Ostpreußen und Schlesien in den Jahren 1946/47. »Kindersuche« heißt der Film (Arbeitstitel). Ausgestrahlt werden soll er im Herbst 2009 in der ARD, in der Reihe »FilmMittwoch«. Gedreht wird der Film von der Ziegler Film GmbH Berlin. In dem Filmdrama geht es um ein zehnjähriges Mädchen, das seine Mutter während der Vertreibung im Sommer 1946 verliert. Der Bahnhof Sperenberg dient dabei als Kulisse für den Bahnhof der oberschlesischen Großstadt Zabrze (deutsch Hindenburg O.S.) bei Gleiwitz (polnisch Gliwice). Bei der Dampflokomotive, die während der Filmaufnahmen zum Einsatz kam, handelt es sich um die 41 150 (DR 41 1150 ab 1970), sie stammt aus dem rund 800 Kilometer entfernten Bayerischen Eisenbahnmuseum in Nördlingen. Lokomotiven der Baureihe 41 waren Einheits-Güterzuglokomotiven der Deutschen Reichsbahn. Die Lok mit der Betriebsnummer 41 150 wurde 1939 von den Schichau-Werken unter der Fabriknummer 3356 in Elbing, heute Elblag (Polen), gebaut. Die ersten Baumuster der Einheits-Güterzuglokomotive entstanden 1937. Die Deutsche Reichsbahngesellschaft (DRG), die auf der Suche nach einer neuen, schnellen Güterzuglokomotive war, übernahm 1934 den von der Berliner Maschinenbau AG, vormals L. Schwartzkopff, vorgelegten Vorschlag einer 1’D1’h2-Lokomotive. Nach erfolgreicher Erprobung der Baumuster begann die Fertigung der Baureihe 41 bei allen namhaften deutschen Lokomotivherstellern. Ein wesentlicher Vorteil der Einheitslokomotiven war, dass die Konstruktionskosten der Maschinen durch die Verwendung von Baugruppen, die auch in anderen Baureihen verwendet wurden, wesentlich günstiger waren. Die Lok, die in Sperenberg zum Einsatz kam, wurde 1994 von einem Sponsor für das Bayerische Eisenbahnmuseum in Nördlingen erworben. Das Museum wird durch einen Verein betrieben. Das Dienstgewicht der Lok liegt bei etwa 164 Tonnen. Sie kann eine Geschwindigkeit von 90 km/h erreichen. Am Donnerstagabend trat sie die Rückreise nach Zossen an und am Freitag fuhr sie wieder zurück in das Bayerische Eisenbahnmuseum. Zuvor hat die Sperenberger Feuerwehr die Lok mit Wasser versorgt.

50 Jahre Lokomotivbaureihe 2095

25. und 26. Oktober 2008 Pinzgauer Lokalbahn, Zell am See
(Alexandra Schwarzenberger) Vor 50 Jahren wurde die erste Diesellokomotive der Reihe 2095 in Österreich ausgeliefert und getestet. Für die folgenden Jahre waren diese Lokomotiven der Standard auf den 760 mm-Staatsbahngleisen. Zu diesem besonderen Jubiläum ermöglicht die Pinzgauer Lokalbahn in Zusammenarbeit mit ÖBB-Traktion Zugfahrten mit verschiedenen Lokomotiven dieser Baureihe auf der Strecke Zell am See – Mittersill. Eingeleitet wird die Veranstaltung mit einer Nacht-Foto-Session, bei der die verschiedenen Lokomotiven vor dem Heizhaus in Zell am See-Tischlerhäusl im »Rampenlicht« stehen. Für die Verpflegung sorgt die nostalgische Schwestern-Dampflok mit den berühmten, auf dem Heizkessel gegrillten Würsten. Am Sonntag werden dann alle Planzüge mit Diesellokomotiven der Baureihe 2095 bespannt. Die Lokomotiven der Reihe 2095 ersetzten Dampflokomotiven und frühere, schwächere Dieselloktypen. Sie wurden ab 1958 von der Simmering-Graz-Pauker AG (SGP) in der Lokomotivfabrik Floridsdorf in Wien gebaut. Der Prototyp 2095.01 wurde vor 50 Jahren an die Zugförderungsstelle St. Pölten Alpenbahnhof ausgeliefert und getestet. Auch heute noch bewähren sich diese Lokomotiven im alltäglichen Fahrdienst. Drei Lokomotiven sind im Dienst der Pinzgauer Lokalbahn und zehn auf von der ÖBB betriebenen Strecken.

PROGRAMM:
Samstag, 25. Oktober 2008 ab 19.00 Uhr: !(nl) Nacht-Foto-Session vor dem Heizhaus Zell am See-Tischlerhäusl

Sonntag, 26. Oktober 2008 ab 8.49 Uhr:
Bespannung aller Planzüge zwischen 8.49 Uhr und 16.49 Uhrab Zell am See (und zurück) mit Diesellokomotiven der Baureihe 2095 mit wechselnden Garnituren. Das genaue Programm inklusive Fahrplan erhalten Teilnehmer vor Ort bei Kauf des Angebotspakets

Überführung der Schnellzugdampflok 01 173 vom Deutschen Technikmuseum Berlin nach Heilbronn am 9.Oktober 2008

(Ulrike Andres/db) Von 1936 bis 1973 war die Schnellzugdampflok 01 173 im Dienst der Deutschen Reichs- bzw. Bundesbahn und kam auf rund 3,3 Millionen gefahrene Kilometer. Anschließend gehörte sie fast 30 Jahre zum Bestand der »Freunde und Förderer des Deutschen Technikmuseums Berlin e.V.«. Nach ihrem »Ruhestand« soll sie nun für einen erneuten Dienst instandgesetzt werden.

Die Dampflok gehört zu der Baureihe 01 und damit zu den ersten ab 1925 in Serie gebauten Einheits-Schnellzuglokomotiven der Deutschen Reichsbahn. Die Lok ist in dem Zustand, wie sie bis zum Ende der Dampflokzeit bei der Deutschen Bundesbahn im Einsatz war - allgemein bei den Modelleisenbahnern bezeichnet als »Epoche III und IV«. Es ist die einzige noch vorhandene Lok in der Ausführung mit Originalfrontschürze und Witteblechen, Rauchkammertür ohne Handrad und Oberflächenvorwärmer.

Da sie in Berlin nur selten öffentlich gezeigt werden konnte, geben die »Freunde und Förderer des Deutschen Technikmuseums Berlin e.V.« die Lokomotive als Leihgabe in die Hände der »Ulmer Eisenbahnfreunde« nach Heilbronn, damit sie in der dortigen Betriebswerkstatt betriebsfähig aufgearbeitet werden kann. Da die Arbeiten ehrenamtlich durchgeführt werden, wird es rund sechs Jahre dauern, bis die Lok 01 173 wieder auf deutschen Schienen fahren kann.

Der Verein »Historischer Dampfschnellzug e.V.«, dem die »Ulmer Eisenbahnfreunde« angehören, wird mit der Lok dann Dampfschnellzug-Sonderfahrten durchführen. Auch Berlin und das Deutsche Technikmuseum wird dabei mindestens einmal im Jahr Reiseziel sein.

Die Übergabe der Schnellzug-Dampflok 01 173 erfolgte am zweiten Oktoberwochenende. Am 9. Oktober 2008 wurde sie von der Depothalle in Berlin-Schöneberg auf das Kreuzberger Museumsgelände überführt. In einer rund einstündigen, nicht-öffentlichen Fahrt wurde die Dampflokomotive von der Lok DTM 2, einer Lokomotive der Bauart MB 10 N aus dem Jahr 1967, bis zum Lokschuppen in der Trebbiner Straße gezogen. Dort nahm eine Delegation der »Ulmer Eisenbahnfreunde« die Lok in Empfang und machte sie lauffähig zur Überführung nach Heilbronn. Die 01 173 wurde mit einer E-Lok der Baureihe 139 und zwei Begleitwagen zu einem Zug zusammengestellt und verliess am 11. Oktober 2008 Berlin über das Südkreuz. Ihr Weg führte sie dann in drei Tagen über Halle und Saalfeld nach Heilbronn.

Seit ihrer Abnahme und Indienststellung am 1. April 1936 war die Schnellzuglok 01 173 verschiedenen Bahnbetriebswerken zugeteilt: bis 1938 dem Bw Göttingen P, von 1938 bis 1944 dem Bw Kassel Bahndreieck/Hbf und nach einer durch Kriegsschäden bedingten Pause ab 1948 im Bw Hagen-Eckesey. Nach 1949 führte ihr Weg über das Bw Köln Bbf, Bw Osnabrück Hbf zum Bw Hof. Am 1. November 1973 wurde die Lok z-gestellt und am 15. Dezember desselben Jahres nach einer Laufleistung von ca. 3,3 Mio. km ausgemustert. 1974 arbeiteten die Ulmer Eisenbahnfreunde die Lokomotive 01 173 in Aalen betriebsfähig auf und setzten sie bis 1975 als Museumslok ein. Da sie durch einen schweren Kesselschaden dienstunfähig geworden war, tauschten die Ulmer Eisenbahnfreunde sie gegen die Dampflok 01 1066 des Vereins »Verkehrsmuseum Berlin e.V.« aus. 1979 kam die 01 173 schließlich nach Berlin und befand sich seit 1986 im Depot des Deutschen Technikmuseums Berlin.

Technische Daten
Betriebsnummer 01 173
Baujahr 1936
Hersteller Henschel & Sohn, Kassel
Fabriknummer 22721
Bauart 2’C1’h2
Treibraddurchmesser 2.000 mm
Laufräder vorn 1.000 mm
Laufräder hinten 1.250 mm
Höchstgeschwindigkeit   130 km/h
Leistung 2240 PS
Kesseldruck 16 kp/cm²
Rostfläche 4,41 m²
Lokdienstgewicht 168 t
Leergewicht (der Lok) 99,9 t
Wasservorrat 34 m³
Kohlevorrat 10 t
Länge über Puffer 23.940 mm


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Letzte Aktualisierung am 22. Oktober 2008

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